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Berlinale

Nansun Shi wird Mitglied der Jury der Berlinale 2007. Shi ist eine der wenigen Frauen die es schafften in der chinesischen Filmsszene Karriere zu machen und zwar nicht als Schauspielerin sondern als Produzentin. Sie produzierte u.a. "Infernal Affairs" oder auch Tsui Hark's "Seven Swords". Die internationalen Filmfestspiele 2007 beginnen am 8.Februar.
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Einnahmerekord in China

Chinas Kinokassen nahmen 2006 336 Millionen Dollar ein- ein Rekord. Und erstmals sollen asiatische Produktionen erfolgreicher als Hollywood-Filme gewesen sein. Das könnte an chinesischen Grossproduktionen wie "The Banquet" oder "Curse of The Golden Flower" liegen aber auch an der Tatsache dass es viele erfolgreiche ausländische Filme gar nicht in Chinas Kinos schaffen. Manche werden von der Zensur ganz verboten (wie z.B. "Pirates of the Carribean- Dead Man's Chest") aber sogar wenn aus Sicht der Zensurbehörden nichts an dem Film auszusetzen ist heisst das noch lange nicht dass er in die Kinos kommt. Um das einheimische Filmschaffen zu fördern dürfen jedes Jahr nämlich nur 20 Hollywood-Filme in Chinas Kinos laufen. Der Schwarzmarkt boomt deshalb- nicht nur kann man dort alle Filme problemlos kaufen die in den Kinos nicht (oder nur gekürzt) gezeigt werden, ausserdem ist es auch noch billiger. Umso mehr überraschen die Rekord-Einnahmen.
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Departed-Affairs

Marin Scorsese bekam einen Golden Globe als bester Regisseur für "The Departed". Die Golden Globes gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscars- Martin Scorseses Chancen zum ersten Mal nach vielen Nominationen einen Oscar tatsächlich zu gewinnen steigen somit. Wegen dem grossen Erfolg von "The Departed" überlegt sich Scorsese jetzt sogar den Film zu einer Trilogie auszuweiten- wie es auch das Original "Infernal Affairs" ist. Während Scorsese aber im Westen vom Publikum und Kritikern gleichermassen mit Lob überschüttet wird gibt es von chinesischer Seite auch Kritk: "The Departed" darf ihn China offiziell gar nicht gezeigt werden. Die Zensoren störten sich offenbar daran, dass in Scorsese's Remake chinesische Agenten illegalerweise Militärsoftware erwerben. Und die Zensoren sind nicht die einzigen die mit den chinesischen Gangstern Probleme haben. Brian Hu ist Co-Herausgeber von www.asiaarts.ucla.edu und findet "The Departed" eigentlich sehr gut- bis eben auf die chinesischen Gangster. Nicht nur wegen ihrer Herkunft, sondern vor allem weil er ihre Darstellung sehr stereotyp und klischiert findet. Und vor allem, weil "The Departed" nun mal nicht irgend ein Film ist sondern das Remake eines hongkonger Filmes und die stereotype Darstellung für Brian Hu somit nicht nur eine gedankenlose Tat sondern eine voll beabsichtigte Beleidigung des Originals. Auch weil die Agenten nicht die einzige Respektlosigkeit sind (siehe auch Eintrag vom 11. October). Brian Hu schliesst seinen Aritkel mit folgenden Worten:"Danke Hollywood, du hast einen neuen Weg entdeckt gleichzeitig dir selber zu gratulieren während du die Basis deines Erfolges beleidigst." Immerhin, auch Chinesen welche die als lächerlich dargestellten chinesischen Gangster nicht lustig finden haben bei der Szene (nach Brian Hu's Angaben) etwas zu lachen: nämlich den stümperhaften kantonesischen Akzent der Schauspieler und die Tatsache dass Agenten der Volksrepublik die Sprache der Sonderverwaltungszone Hongkong sprechen.
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Remakes dominieren Amerikas Box-Office

Das "Infernal Affairs" Remake "The Departed" war in Amerika eine Woche auf Platz Eins und scheint auf dem besten Weg zu sein, Martin Scorseses kommerziell groesster Erfolg zu werden. Solche Erfolge koennten das Remake-Fieber in Hollyood natuerlich wieder anheizen. Ein vielversprechender Kandidat fuer ein Remake waere sicher "Confessions of Pain". Zwar hat noh niemand den Film gesehen (er soll erst im Dezember in die Kinos kommen) aber es handelt sich dabei um den neuesten Film von den Machern von "Infernal Affairs" und ist wieder ein Film ueber boese Gangster und korrupte Polizisten. Und was einmal klappt, klappt in den Augen von vielen Hollywood-Produsenten ja immer. Der beste Beweis dafuer ist "The Grudge 2", der "The Departed" auf Platz zwei der amerikanischen Kinocharts vedraengte. "The Grudge 2" ist die Fortsetzung des Remakes eines japanischen Horrorfilms.
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Oscars fuer Olympia

Oscargewinner Ang Lee wurde vom Beijinger Olympischen Organisationskomitee als Kulturberater gewonnen. Die Kulturberater sollen die Eroeffnungs- und Schlussfeier der olympischen Spiele zu einem unvergesslichen Erlebniss machen. Ang Lee ist nicht der einzige beruehmte Regisseur, der sich fuer die Olympiade 2008 einsetzt. Sein Kollege Zhang Yimou drehte damals einen Werbefilm fuer die Bewerbung Beijings als Austragungsort der Olympiade 2008 und ist heute Vorsitzender des Kulturkomittees. Aber nicht nur chinesische Regisseure sind beteiligt, auch Steven Spielberg gehoert zu den Kulturberatern.
Ang Lees Berufung erscheint vielen Menschen im Westen wahrscheinlich seltsam, da sein Film "Brokeback Mountain" in China verboten wurde. Aber obwohl der Film in China nicht gezeigt werden darf, heisst das noch lange nicht, dass die Chinesen nicht sehr stolz auf ihn sind. Oder dass sie seinen Film nicht gesehen haetten. Verbotene Filme sind ohne weiteres erhaeltlich- manchmal sogar mit der Aufschrift "Banned in China"! Auch Zhang Yimou hatte in der Vergangenheit mehrmals Probleme mit der Filmzensur. Aber waehrend vor fuenfzig Jahren ein Filmverbot in China die Einweisung in ein Arbeitslager zur Folge gehabt haette, ist es heute schlimmstenfalls ein finanzielles Problem und bestenfalls eine kostenlose Werbung.
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Well, you’re remaking my film ( which is Infernal Affairs)

Wie schon berichtet ist Martin Scorsese's neuester Film "The Departed" ein Remake des Hongkonger Films "Infernal Affairs". Und während das Scorsese anscheinend am liebsten vergessen würde (er betonte mehrmals, der Film sei nicht wirklich ein Remake von "Infernal Affairs" sondern nur davon inspiriert, was auch immer das heissen soll) wollen die Macher von "Infernal Affairs" das anscheinend nicht einfach so hinnehmen. Andy Lau, einer der Hauptdarsteller in "Infernal Affairs" konnte es sich nach dem Schauen von "The Departed" nicht verkneifen, einige Sachen dazu anzumerken. Er sagte, dass der Film zu lang sei und er nicht gut finde, dass sie die beiden Frauenfiguren zu einer verschmelzt haben, da er sich nicht vorstellen k!nne, dass die beiden Hauptdarsteller sich in dieselbe Frau verlieben. Ausserdem witzelte er, dass die Produzenten zwar nur die Rechte von "Infernal Affairs" gekauft h!tten, aber auch Teile von den beiden Fortsetzungen benutzt hätten. Er merkte dann aber noch an, dass die Schauspieler gut seien und der Film insgesamt sehenswert, er würde ihm 8 von 10 Punkten geben (keine Frage, dass "Infernal Affairs" natürlich 10 von 10 Punkten von ihm bekommen hätte). Andy Lau war vielleicht auch besser daran, sich etwas zurückzuhalten, denn sein nächster Film wird voraussichtlich ebenfalls ein Remake sein.
Weniger gnädig mit dem Film war dagegen Christopher Doyle gewesen und zwar schon lange Zeit bevor dieser überhaupt seine Premiere hatte. Christopher Doyle, der als visueller Berater für Infernal Affairs tätig gewesen war, erzählte in einem Interview von einer Begegnung mit Martin Scorsese:
"Ich sah Marin Scorsese und ich sagte, denkst du nicht, ich sollte dir etwas !ber die Linsen erzälen? Und er sagte, was meinst du? Und ich sagte, nun, du verfilmst meinen Film neu, welcher "Infernal Affairs" ist. "Infernal Affairs" war vielleicht in einer Woche geschrieben und wir verfilmten es in einem Monat und du wirst ein Remake davon machen! Ha, Ha, viel Glück!"
Für Christopher Doyle ist "The Departed" aber nur ein Symptom für eine generelle Krise Hollywoods und somit auch der Staaten, die er mit dem Fall des römischen Imperiums vergleicht.
Ach ja, Martin Scorseses nächster Film wir übrigens wieder ein Remake sein. Zum Glück für ihn allerdings keiner von Chris Doyle.
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Macht Rom Venedig auch in Punkto China Konkurrenz?

Grosse Ambitionen hat das neue Festival in Rom, es will Venedig Konkurrenz machen. Doch kann es das auch in Punkto China? Dieses Jahr wahrscheinlich nicht, denn China war aussergewöhnlich gut in Venedig vertreten und der grosse Preis ging mit Jia Zhangke an einen chinesischen Regisseur für einen Film über ein brisantes chinesisches Thema, dass drei-Schluchten-Staudamm-Projekt.
Aber auch in Rom gibt es einige intressante Filme für China-Liebhaber. Da wäre z.B. Tian Zhuangzhuang's Film über Wu Qingyuan, ein berühmter Go-Spieler. Tian Zhuangzhuang ist wie Chen Kaige und Zhang Yimou zur Fünften Generation, war also einer jener (damals jungen) Regisseure die in den 80er Jahren mit ihren unkonventionellen, expressiven Filmen zum ersten Mal die Welt auf China als Filmland aufmerksam machten. Doch dann bekam er für seinen Film "Der blaue Drachen" 1993 ein 6-jähriges Berufsverbot und erst 2002 drehte er seinen nächsten Film. In der Zwischenzeit engagierte er sich für seine jungen Kollegen und gründete eine Produktionsfirma um ihnen die Chance zu geben, eigene Filme zu drehen.
Ausser Tian Zhuangzhuangs "Wu Qingyuan" läuft im Wettbewerb auch "Fu Zi" des Hongkonger Regisseurs Patrick Tam. Beide Filme haben ihre Premiere dort. Ausserdem wird im Verlauf des Festivals auch "Riding Alone for Thousands Miles" von Zhang Yimou aus dem Jahr 2005 gezeigt.
Auch "Departed" hat seine Premiere auf dem Festival. "The Departed" ist der neueste Film von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon und Jack Nicholson in den Hauptrollen. Und obwohl das im Moment überhaupt nicht nach China tönt, hat es sehr viel damit zu tun. "The Departed" ist nämlich ein Remake des Hongkonger Films "Infernal Affairs".
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Chan's Chang Cheh Remake

www.monkeypeaches.com berichtet, dass Gerüchten zufolge der Hongkonger Regisseur Peter Chan einen Film von Chang Cheh neu verfilmen will. Die Hauptrollen sollen mit Jet Li, Andy Lau und Takeshi Kaneshiro besetzt werden. Peter Chan ist einer der erfolgreichsten Hongkonger Regisseure heutzutage, bekannt für Filme wie "He's a woman, she's a man", "Comrades: Almost a Love Story" und "Perhaps Love". Also eher romantische Komödien in denen Musik eine wichtige Rolle spielt. Chang Cheh dagegen war bekannt für seine Kung-Fu-Filme, einer seiner "Schüler" war übrigens John Woo, der mit Filmen wie "A Better Tomorrow" auch international bekannt geworden ist und jetzt in Hollywood arbeitet und z.B. Regisseur von "Mission Impossible II" war.
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Oscargerüchte

Nach www.monkeypeaches.com soll Zhang Yimous "Curse of The Golden Flower" als offizieller chinesischer Beitrag in die Auswahl für die Oscars als bester ausländischer Film kommen. "The Curse of The Golden Flower" spielt in einer sagenhaften Vergangenheit, die Hauptrollen spielen Gong Li, Chow Yun-Fat und Popsänger Jay Chou. Schon mehrere Filme von Zhang Yimou kamen in die Auswahl für den besten ausländischen Film, einige wurden sogar nominiert, gewonnen hat bis jetzt allerdings noch keiner.
Auch Feng Xiaogang's "The Banquet" wurde als möglicher Kandidat genannt, da er auch ein Millionenbudget und eine bekannte Hauptdarstellerin- Zhang Ziyi- vorweisen kann. Ausserdem ist seine Geschichte auch im Westen bekannt, die Inspiration für "The Banquet" war nämlich Shakespeares Hamlet. Allerdings hatte "The Banquet" einige schlechte Kritken erhalten.
Es soll dafür angeblich für Hongkong nominiert werden, da er auch von einer Hongkongergesellschaft produziert wurde. Vielen Hongkonger gefällt dies aber gar nicht, da sowohl der Regisseur als auch die Schauspieler aus der Volksrepublik kommen. Auch Zhang Ziyi, die wohl momentan bekannteste chinesische Schauspielerin international und Star des Filmes ist in Hongkong nicht sonderlich beliebt, im Gegenteil. In den Hongkonger Medien wird gerne und oft über ihre Garderobe und ihre Englisch-Kentnisse gelästert. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Hongkong Jahrzentelang den chinesischen Filmmarkt dominierte während in der Volksrepublik kaum Filme entstanden, die international oder auch nur in Asien erfolgreich waren. Erst Ende der 80er Jahre begann sich das mit den Filmen der Fünften Generation zu ändern, aber auch dann kamen die Blockbuster und grossen Stars weiterhin aus Hongkong und die Filme aus der Volksrepublik mussten sich meistens mit Achtungserfolgen an Filmfestivals zufrieden geben. In den letzten Jahren blühte das Filmwesen in der Volksrepublik aber auf während Hongkongs Filmindustrie zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Nominierung von "The Banquet" als Hongkonger Beitrag für die Oscars oder Zhang Ziyis Erfolg sind somit für die Hongkonger deshalb so schwer zu ertragen, weil sie zeigen, wie sehr sich die Verhältnisse geändert haben.