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Schattenblog- Neues rund um das chinesische Kino

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February 17th, 2008

12:04 pm: Aller guten Dinge sind zwei
"In love we trust" von Wang Xiaoshuai gewann an den 58. Filmfestspielen von Berlin den silbernen Bären für das beste Drehbuch.
Laut http://newsticker.welt.de/ sagte Wang Xiaoshuai dass der Preis den Filmemachern in China sehr helfe, den Filmemachen sei dort schwer für unabhängige Filmemacher. Wang muss es wissen, nachdem er 2001 einen silberen Bären als "grosser Preis der Jury" gewonnen hatte, wurde sein Film in China verboten, weil er in ohne offizielle Genehmigung in Berlin gezeigt hatte. Erst seit 2005 darf der Film legal in China aufgeführt werden. Und "Beijing Bicycle" ist nicht der einzige chinesische Film der nach einer erfolgreichen Premiere an einem europäischen Filmfestival in China verboten wurde. "Lost in Beijing" zum Beispiel, das 2007 an der Berlinale lief, wurde zuerst zensuriert und wurde kürzlich ganz verboten. Hoffen wir, dass "In love we trust" mehr Glück hat.

February 12th, 2008

11:27 pm: Mei Lanfang
In den letzten Jahren gab es immer wieder etwas über ein geplanter Film über den Peking-Oper Darsteller Mei Lanfang zu berichten. Kein Wunder, denn Mei Lanfang war mehr als nur der berühmteste Peking-Oper Darsteller aller Zeiten. Er hatte die Peking-Oper zu neuer Popularität geführt und auch international bekannt gemacht. Zu seinen Fans zählten u.a. auch Charlie Chaplin. Ausserdem ist er aber auch als grosser Patriot bekannt, der sich während der japanischen Besetzung Chinas einen Schnurrbart wachsen liess um so nicht vor den Japanern auftreten zu müssen. Eine solche Lebensgeschichte eignet sich natürlich perfekt für eine Verfilmung. Zuerst meldete der Hongkonger Regisseur Stanley Kwan Interesse und sagte, er wolle Tony Leung Chiu-Wai in der Hauptrolle, dann aber sprach auch Chen Kaige von einer Verflimung. Kein Wunder, Chen Kaige's berühmtestes Werk handelte ebenfalls von einem Peking-Oper Frauendarsteller. Benannt war es nach dessen berühmteste Rolle, der Konkubine aus dem Stück "Farewell my concubine". Eine Rolle die übrigens auch Mei Lanfang meisterhaft beherrschte.
Inzwischen hat das Raten, wer jetzt mit wem drehen wird und ob überhaupt ein Ende. Die Dreharbeiten haben unter Chen Kaige begonnen, Leon Lai ("Fallen Angels", "Comrades: Almost a Love Story") spielt Mei Lanfang, Zhang Ziyi ("2046", "Hero") seine erste Frau, Kaiges Frau Chen Hong seine zweite.

Quelle: www.monkeypeaches.com

10:48 pm: Berlinale
Zwar ist der amerikanische Film "There will be blood" mit Daniel Day Lewis der grosse Favorit, gute Chancen auf einen Bären hat aber auch "In love we trust" von Wang Xiaoshuai. "In love we trust" handelt von einem geschiedenen Ehepaar, dass sich entschliesst zusammen nocheinmal ein Kind zu bekommen, in der Hoffnung dass sich das Kind als Knochenmarkspender für die leukämiekranke Tochter eignet. Die Situation wird noch komplizierter durch die Tatsache dass beide eigentlich schon neue Partner haben und die künstliche Befruchtung einfach nicht klappt.
Wang Xiaoshuai gewann schon 2001 den grossen Preis der Jury für "Beijing Bicycle" über einen jungen Fahrradboten dessen Job gefährdet ist als sein Fahrrad gestohlen wird und einen Schüler, der das gestohlene Fahrrad kauft. Auch die Hauptdarstellerin Yu Nan hat schon gute Erfahrungen in Berlin gemacht: 2007 gewann ihr Film "Tuya's Hochzeit" den goldenen Bären.
Ausser "In love we trust" läuft in Berlin auch "Sparrow" von Johnnie Too sowie verschiedene Filme in der Sektion "Panorama" und "weltumspannendes junges Kino"

March 8th, 2007

10:10 am: Was bisher geschah:
Da es mir trotz bester Vorsetze nicht gelang den Blog im letzten Monat aktuell zu halten hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse:
"Tuyas Marriage" Wang Quan'an erhielt überraschend den grossen Preis an der Berlinale. Im Vorfeld hatte der Film kaum Schlagzeilen gemacht- anders als sein Konkurrent "Lost in Beijing" von Li Yu bei der sich ein ähnliches wird-er-verboten-gekürzt-doch-aufgeführt-Regieverbot-Wirrwar entwickelte wie leztes Jahr bei "Summer Palace". Auch die beiden taiwanesischen Berlinale Teilnehmer "Spider Lilies" und "Mei" hatten mehr Presserummel, da sich Taiwan durch die herkunfstangabe der Filme mit "Taiwan, China" beleidigt gefühlt hatte. "Mei" erhielt übrigens zusammen mit "Decroche" aus Frankreich den Silbernen Bären als bester Kurzfilm (den goldenen erhielt "Raak" von Hanro Smitsman aus den Niederlande).
35 der bekanntesten Filmemacher aus aller Welt haben sich zu einem gemeinsamen Projekt entschlossen um die 60 Ausgabe des Filmfestivals in Cannes zu würdigen. Sie alle werden je drei Minuten zu einem Film namens "Chacun son cinéma" beitragen, der den Geist des Festivals würdigen soll. Zu den 30 Filmemachern gehören auch Wong Kar-wai und Zhang Yimou. Der Film soll am 20. Mai in Cannes Premiere haben und auch im französischen Fernsehen zu sehen sein.
"The Blood of Yingzhou direct" über Aidswaisen in China wurde als beste Kurzdokumentation mit einem Oscarausgezeichnet. Und das "Infernal Affairs"-Remake "The Departed" erhielt gleich vier. Mehr dazu im nächsten Blogeintrag.

February 6th, 2007

10:28 pm: "A little game (without consequence) for Ang Lee
Laut verschiedenen Meldungen soll Ang Lee's nächstes Projekt "A little game" heissen. Ursprünglich sollte Gabriele Muccino die Regie übernehmen und Jim Carrey und Cameron Diaz die Hauptrollen übernehmen aber nachdem die beiden Stars angeblich absprangen weil ihnen das Drehbuch zu schlecht war wurde wahrscheinlich beschlossen das Projekt nochmal ganz neu anzugehen. In dem Film soll es um ein Pärchen gehen das beschliesst sich zum Schein zu trennen um zu sehen wie ihr Umfeld darauf reagiert.

10:10 pm: Lost in Beijing- Lost for Berlin?
"Lost in Beijing", der Film der jungen Regisseurin Li Yu bekam zuerst keine Erlaubniss für die Teilnahme an der Berlinale. 15 Schnitte müssten dafür gemacht werden teilte das Filmbüro den Machern mit. Diese schnitten den Film nocheinmal und reichten ihn von neuem ein- zum fünften Mal! Die Zensoren scheinen zufrieden mit dem Ergebniss des letzten Cuts, laut www.monkeypeaches.com erhielt der Film die Erlaubniss für Berlin. Fraglich dagegen ist wie zufrieden die Filmemacher mit dem endgültigen Schnitt für ihren Film ist. Bereits vor den letzten Änderungen für die Zensurbehörden hatte der Produzent geklagt dass der Film durch die vielen Änderungen wie einen neuen Stil angenommen hätte. Er macht den Generationsgraben zwischen der jungen Regisseurin Li Yu und den mehrheitlich älteren Zensoren für die Probeleme des Filmes eine Genehmigung zu erlangen verantwortlich.
Wie die Filmwelt das neue "Lost in Beijing" aufnimmt wird man vermutlich in einigen Tagen wissen.

09:58 pm: Ein Spion mit Sinn für Patente
"Casino Royale" ist nicht nur der erste James Bond Film mit Daniel Craig. Er ist auch nicht nur die (erste) Verfilmung des ersten Buches in der James-Bond-Reihe von Flemming. Nein, er ist auch der erste James-Bond-Film der in China offiziel gezeigt werden darf (wenn dafür auch eine Szene zweimal gedreht werden musste- einmal für China und einmal für die anderen 5/6 der Welt). Raubkopien der James-Bond-Filme kann man in China aber wie eh und je kaufen, sogar Daniel Craig wurde eine angeboten. Er verzeichtete auf den Kauf weil:"Ins Kino zu gehen ist ein tolles Erlebnis. Du verpasst was, wenn du dir eine schlechte Kopie ansiehst."

January 27th, 2007

11:46 pm: Wong Kar-wai und die Musik
Die amerikanische Sängerin Norah Jones spielt eine Hauptrolle in Wong Kar-wais neuem Film "My Blueberry Nigths". Eine Wahl, die viele überrascht hat, nicht zuletzt Norah Jones selbst. Nicht mal ein Vorsprechen habe er gewollt bevor er sie verpflichtete sagte sie in einem Interview. Und das obwohl Norah Jones vorher praktisch keine Schauspielerfahrung hatte. Wenig verblüffen werden Wong Kar-wai-Fans ihre Äusserungen zu den Arbeitsmethoden des Regisseurs:" Er ist ein unkonventioneller Regisseur, der dir deinen Part erst in letzter Minute gibt. Er entwickelt die
Geschichte, während er sie dreht, und er orientiert sich an den Menschen, die darin spielen." Ähnliches sagten auch schon Schauspieler wie Tony Leung Chiu-Wai und es lässt sich auch sehr gut aus den teilweise veröffentlichten (Film)Tagebüchern seines Lieblingskameramanns Christopher Doyle entnehmen. Aber sie findet einen sehr hübschen Vergleich für diese Arbeitsmethode: "Er macht Filme wie andere Leute Musik." Und Musik ist zweifellos auch ein essentieller Bestandteil jedes Wong Kar-Wai-Filmes. Für seinen Film 2046 hatte er Peer Raben gebeten einige Musikstücke zu komponieren, der schon die Musik zu zahlreichen Filmen eines anderen eigensinnigen Genies geschrieben hatte: Rainer Werner Fassbinder. Peer Raben starb letzten Sonntag im Alter von 66 Jahren.

January 25th, 2007

07:08 pm: Ein Herz für junge Regisseure
Gleich zwei neue Projekte wollen sich jungen chinesischen Regisseuren annehmen und ihnen helfen, eigene Projekte zu verwirklichen.
Die chinesische Regierung will laut www.german.china.org.cn/16 Regisseure fördern indem sie ihnen 500'000 Yuan zur Verfügung stellt und ihnen zusätzlich hilft, ihre Filme zu veröffentlichen. Unter den 16 Regisseuren befinden sich auch so bekannte Namen wie Jia Zhangke, Wang Xiaoshuai oder Ning Hao. Ein Regierungsprecher erklärte die neue Initiative damit dass die chinesischen Kinos mit Unterhaltungsfilmen für ein Massenpublikum gefüllt seien, meist von Regisseuren der Fünften Generation wie Zhang Yimou, Chen Kaige oder Feng Xiaogang. Diese Filme würden zwar viel Geld einspielen aber es fehle ihnen an Kreativität, Kultur und Philosophie.
Speziell taiwanesische Filme will dagegen der aus Taiwan stammende Oscar-Gewinner Ang Lee fördern. Gemeinsam mit seinem Bruder Kang Lee gründete er dafür das Projekt "Pushing Hand"- benannt nach Lee's erstem eigenen Film. Das Projekt soll später auch auf Hongkong und das Festland ausgeweitet werden.

January 24th, 2007

10:46 pm: Aller guten Dinge sind, äh, 2? (Berlinale/Oscars)
Sowohl die Teilnehmerliste für die Berlinale als auch die Oscarnominationen sind bekannt gegeben worden und bei beiden Ereignissen gibt es je 2 chinesische Teilnehmer. "The Curse of The Golden Flower" von Zhang Yimou wurde für die besten Kostüme nominert, ausserdem wurde der Dokumentarfilm "The Blood of Yingzhou District" von Ruby Yang und Thomas Lonnon für den besten Dokumentarfilm vorgeschlagen. Im Zentrum des Filmes über chinesische Aidswaisen steht der kleine Gao Yun. Nach dem Tod seiner Eltern lebt er bei einem Onkel. Aber dieser fürchtet sich davor durch die Anwesenheit seines Neffen gesellschaftlich isoliert zu werden. Gao Yun muss in eine Pflegefamilie wechseln. Damit ist seine Odyssee aber noch nicht zu Ende. Denn als er an Aids erkrankt könne sich seine (übrigens ebenfalls HIV-postitiven) Pflegeeltern die Medikamente nicht mehr leisten.
In Berlin läuft nur der Film "Tuya's Marriage" von Wang Quanan im Wettbewerb für den goldenen Bären. Der Film spielt in der Mongolei und erzählt die Geschichte von Tuya, die nachdem sie auf dem Feld zusammengebrochen ist einsieht, dass sie alleine ihren behinderten Mann und ihre beiden Kinder nicht mehr durchbringen kann. Sie lässt sich scheiden um einen Mann heiraten zu können der sie und ihren (zukünftigen)Ex-Mann unterstützen kann. Doch dass stellt sich als gar nicht so einfach heraus.
Der Film "Spider Lilies" von dem taiwanesischen Regisseur Zero Chou dagegen läuft in der Sektion Panorama.

PS: Martin Scorseses "Infernal Affairs"-Remake "The Departed" wurde für fünf Oscars nominiert darunter "bester Film" und "bester Regisseur".


Nachtrag: aller guten Dinge sind eben doch drei. Im Wettbewerb der Berlinale läuft ausser "Tuya's Marriage" auch ein Film von Li Yu namens "Ping Guo". Sorry.

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